Wolfgang Volprecht

Wolfgang Volprecht war ein Geistlicher aus dem Orden der Augustiner-Eremiten, der in Nürnberg die Reformation mit vorangetrieben hat. 

Er war Prior des Augustinerklosters in Nürnberg, führt den deutschsprachigen Gottesdienst und die Darreichung des Abendmahls in beiderlei Gestalt ein. Dafür exkommunizierte ihn der Bamberger Bischof. Volprecht löste das Kloster auf und wurde evangelischer Pfarrer angestellt bei der Stadt Nürnberg. Bei den Nürnberger Religionsgesprächen 1525 vertraten er und Osiander die evangelische Partei. Auf Grund des Ergebnisses des Religionsgespräches führte die Stadt Nürnberg die evangelische Reformation ein.

Nach einem Studium in Ingolstadt wurde er Prior des Nürnberger Augustinerklosters, wo er erstmals 1521 erwähnt wird.

Änderung der Liturgie

Ostern 1523 soll Wolfgang Volprecht als Prior die Liturgie verändert und das Abendmahl in beiderlei Gestalt gereicht haben. 

Ein Jahr später, in der Himmelfahrtswoche vom 1. bis 7. Mai 1524 soll Prior Volprecht die Messe in deutscher Sprache anstatt in Latein zelebriert haben.

Einen Monat später, am 5. Juni 1524 folgten die beiden Nürnberger Pröbste der Kirchen St. Sebald und St. Lorenz diesem Beispiel und wagten es ebenfalls, die Liturgie zu ändern. Sie sollen das Abendmahl in beiderlei Gestalt gereicht und die Einsetzungsworte in deutscher Sprache gesprochen haben, während andere Teile weiter in Latein vorgetragen wurden. Außerdem verzichteten die Pröbste auf die Opferungs- und Wandlungsworte, den Canon missae, und sprachen stattdessen mahnende Worte an die Gemeinde.

Die Pröbste beendeten darüber hinaus den Kult der Seelenmessen für die Verstorbenen, was zum Wegfall der Gelder für die Abhaltung von Totenmessen führte und damit ein Jahrhunderte altes Geschäftsmodell beendete. 

Am 11. Juni schritt der Nürnberger Stadtrat gegen diese eigenmächtigen Änderungen ein und forderte die Pröbste auf, die alte Liturgie wieder einzuhalten. Allein das Abendmahl durfte weiter in beiderlei Gestalt gereicht und die Einführungsworte hierfür in deutscher Sprache geprochen werden,

Am 17. Juni lehnten die Pröbste es offizell ab, der Weisung des Nürnberger Rates nachzukommen. Sie legten als Rechtfertigung eine Ausarbeitung des Predigers Osiander vor, welche die Änderungen als Bibelkonform einordnete.

Am 13. August 1524 soll Volpert der Stadt die Übergabe des Klosters gegen Versorgung angeboten haben. Eine Übergabe fand allerdings erst ein Jahr später nach den Religionsgesprächen statt.

Exkommunikation

Am 12. September 1524 mussten Prior Volpert und die Pröbste beim Bamberger Fürstbischof Weigand von Redwitz erscheinen. Da sie gegenüber dem Bischof ihre Taten verteidigten, entzog ihnen der Bischof die Ämter und exkommunizierte sie. 

Nürnberger Religionsgespräche

Im März 1525 fanden die Nürnberger Religionsgespräche statt. 

Im Laufe des Jahres 1525 übergab Prior Volpert das Augustinerkloster an den Nürnberger Rat und ließ sich als evangelischer Pfarrer der Heilig-Geist-Kirche anstellen.

 

 

 

 

 

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