1853
Am 14. Juni 1853 ordnete Nikolaus I. die Besetzung der Donaufürstentümer Walachei und Moldawien an.
Am 21. Juni 1853 überschritten russische Truppen den Grenzfluss Pruth nahe der Stadt Leova und besetzten die unter osmanischem Schutz stehende Walachei. Als Walachei wird der Teil des heutigen Rumäniens bezeichnet, welcher sich nördlich der Donau bis nach Moldawien erstreckt.
Zwei Wochen später am 03. Juli 1853 marschierte das russische Heer in Bukarest ein.
Der Marsch der russischen Armee nach Bukarest war wie eine feierliche Prozession. Die Bewohner begrüßten die Truppen freundlich und freudig. Der Einzug in Bukarest war feierlich und die Truppen wurden vom Metropolitan, dem Klerus und fast allen Bewohnern begrüßt. Die Truppen wurden in Bukarest als Befreier des osmanischen Jochs angesehen.
Am 31. Juli 1853 verabschiedeten Vertreter von Großbritannien, Frankreich, Preußen und Österreich in Wien eine versöhnliche Note an St. Petersburg und Istanbul. Dieses Dokument wurde als Wiener Note bezeichnet. Umstrittene Fragen der russisch-türkischen Beziehungen sollten unter Beteiligung der Mächte, die die Wiener Note unterzeichneten, gelöst werden.
Am 27. September erhielt der russische Kommandant Prinz Gortschakow eine Nachricht vom Kommandeur der türkischen Truppen Omer Pascha, die eine Forderung enthielt, die Donaufürstentümer innerhalb von 15 Tagen zu räumen. Anfang Oktober, vor Ablauf der von Omer Pascha angegebenen Frist, begannen die Türken, russische Vorposten zu beschießen.
Am Morgen des 11. Oktober eröffneten die Osmanen das Feuer auf die russischen Dampfer Prut und Ordinarets sowie acht von ihnen geschleppte Kanonenboote, die auf Befehl von General Liders Patrouille die Donau aufwärts, vorbei an der osmanischen Festung Isaktschi fuhren. Hierbei wurde Kapitän Varpachowski auf der Brücke des Dampfers Ordinarets durch einen Schuss in die Brust getötet.
Am 2. November begannen türkische Truppen die Donau zu überqueren um sich ein Sprungbrett für den Angriff auf die russische Armee zu verschaffen. Damit waren die heißen russisch-türkischen Feindseligkeiten an der Donau eröffnet.
Am 18. November 1853 zerstörte das Geschwader unter dem Kommando von Vizeadmiral Nakhimov das türkische Osman Pascha-Geschwader während der Schlacht von Sinop.
Der Sinop-Vorfall diente als formelle Grundlage für England und Frankreich, um in den Krieg gegen Russland einzutreten.
1853 ging die türkische Armee auch in Tanskaukasien in die Offensive, wurde jedoch in der Schlacht von Akhaltsik besiegt. Eine Woche später besiegten die russischen Truppen von General Bebutov die türkische Armee in der Generalschlacht bei Bashkadyklar.
Auch die russische Flotte operierte 1853 erfolgreich.
Am 16. Oktober 1853 überfiel eine türkische Einheit erfolgreich den mit 300 russischen Soldaten besetzten Posten St. Nikolaus, welcher die Straße entlang der Schwarzmeerküsten bei Batum sicherte.
Ende Oktober rückt ein 40.000 Mann starkes osmanisches Heer bis auf 15 km an die im russischen Armenien gelegene Stadt Alexandropol, heute Gyumri (Гюмри) heran. Der russische Kommandeur Prinz Orbeliani schickte 6.000 Mann zur Aufklärung, welche am 02. November 1853 bei Bayndur (Баяндур) in eine Schlacht mit 30.000 Osmanen verwickelt wurden. Der zu Hilfe eilende General Prinz Bebutov konnte den Aufklärungstrupp aus dieser Situation befreien und eine komplette Niederlage verhindern. [2]
Am 20. (31.) Oktober kam es zu einem Gefecht mit dem Dampfschiff „Kolchida“, das eine Kompanie Soldaten zur Verstärkung der Garnison des an der kaukasischen Küste gelegenen Postens St. Nikolaus beförderte. Bei der Annäherung an die Küste lief die „Kolchida“ auf Grund und geriet unter Beschuss der Türken, die den Posten eingenommen und dessen gesamte Garnison in der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober vernichtet hatten. Nachdem sie einen Enterversuch abgewehrt hatte, kam der Dampfer wieder frei und erreichte trotz Verlusten unter der Besatzung und erlittenen Schäden Sukhumi.
Am 4. November (15) erbeutete der russische Dampfer Bessarabia, der im Gebiet von Sinop unterwegs war, kampflos den türkischen Dampfer Mejari-Tejaret, der unter dem Namen Türk Teil der Schwarzmeerflotte war.
Am 5. November (17) fand die erste Schlacht von Dampfschiffen in der Geschichte der Militärflotte statt. Das russische Dampfschiff "Vladimir" eroberte den türkischen Dampfer "Pervaz-Bakhri". Er wurde Teil der Schwarzmeerflotte unter dem Namen "Kornilov".
Am 9. (21.) November kam es vor dem Kap Pitsunda zu einem erfolgreichen Gefecht der russischen Fregatte „Flora“ mit den drei türkischen Dampfschiffen „Taif“, „Feizi-Bahri“ und „Saik-Ishade“, die unter dem gemeinsamen Kommando des englischen Militärberaters Slade standen. Nach einem vierstündigen Gefecht zwang die „Flora“ die Dampfschiffe zum Rückzug und schleppte das beschädigte Flaggschiff „Taif“ ab.[3]
Am 12. November besiegten 7.000 Russen 18.000 Osmanen bei Akhaltsikh.
Am 30. November wurde in der Seeschlacht von Sinope die osmanische Flotte durch die russische Marine mittels Sprenggranaten vernichtet.
Am 31. November fand die berühmte Schlacht von Sinop im Schwarzen Meer statt, die zum Grund für die europäischen Verbündeten der Türkei wurde, in den Krieg gegen Russland einzutreten.